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Preis für Tropenornithologie 2018

Robert Pfeifer, Jens Hering, Dr. Martin Kaiser.       Foto: Rolf Breuer

Die Gesellschaft für Tropenornithologie e.V. (GTO) vergab den

Preis für Tropenornithologie 2018 an

Herrn Jens Hering, Limbach-Oberfrohna

für seine Arbeit „Überraschungen in Ägypten und Dschibuti: Seltene Vögel im Mangrovenwald“, erschienen in der Zeitschrift „Der Falke“ Band 64 (2017), Heft 6, S. 8-13. Die Veröffentlichung steht stellvertretend für eine lange Reihe wissenschaftlicher Arbeiten des Preisträgers zur Avifauna Nordafrikas und der Mangrovengebiete am Roten Meer, die in der nun zu ehrenden Publikation zusammengefasst sind. Insofern steht der Preis auch für die langjährige ornithologische Arbeit von Herrn Hering in Nordafrika. Von der intensiven Tätigkeit Herrn Herings auf diesem Gebiet legt eine lange Liste deutsch- und englischsprachiger Publikationen Zeugnis ab. Er ist unter anderem Ko-Autor eines Buches über die Vögel Libyens und 2017 erschien neben der auszuzeichnenden Veröffentlichung in Koautorenschaft mit Elmar Fuchs, Wieland Heim, Hans-Jürgen Eilts, Peter H. Barthel und Hans Winkler eine weitere, ausführliche Arbeit über Mangroverohrsänger, allerdings in englischer Sprache (Hering et al.: Mangrove Reed Warbler Acrocephalus scirpaceus avicenniae at the Red Sea in Egypt. The Bulletin of the African Bird Club Vol. 24, No. 1). Im Rahmen seiner Tätigkeit hat Herr Hering auch ein neues Rohrsängertaxon aus Nordafrika beschrieben, die Chinadommel für Afrika neu nachgewiesen und die melanistische Morphe des Mangrovereihers erstmals dokumentiert. Auch neue Erkenntnisse zur Biologie von in Mangroven brütenden Taubenarten wurden gewonnen. Besonders hervorzuheben ist, dass Herr Hering seine Forschungsergebnisse auch populärwissenschaftlich aufbereitet und für das bessere Verständnis und den Schutz der bedrohten Mangrovenlebensräume an den Küsten Afrikas eintritt. Herr Hering ist kein Berufsornithologe, sondern ausgebildeter Maschinenbaumonteur und Verwaltungsfachwirt. Seine Publikationen sind ein Musterbeispiel dafür, dass aktive und fähige Ornithologen aus der Amateurszene auch heute noch unser Wissen über die Avifauna tropischer und subtropischer Gebiete bereichern können. Somit ist die Leistung von Herrn Hering bei der Erforschung tropischer Vögel absolut preiswürdig. Die Kriterien für den Preis für Tropenornithologie sind zur Gänze erfüllt. Der Preis ist mit 555,00 Euro dotiert.

Dr. Angelika Fergenbauer-Kimmel (Lohmar),  Prof. Dr. Jochen Martens (Mainz), Robert Pfeifer (Bayreuth)

Die Verleihung des Preises erfolgte am 6. Oktober 2018 im Rahmen der 39. Jahrestagung der GTO in Wilhelmshaven

Preis für Tropenornithologie 2016 an Lars Lepperhoff

Die Gesellschaft für Tropenornithologie hat zum 22. Mal den mit 555 Euro dotierten Preis für Tropenornithologie verliehen. Die Auszeichnung, die deutschsprachige tropenornithologische Publikationen von Amateuren würdigt, ging an den Papageienexperten Lars LEPPERHOFF (Ittigen in der Schweiz), das Preisgeld wurde von GTO-Mitglied Detlef STEINWEG (Castrop-Rauxel) gestiftet. LEPPERHOFF erhielt die Auszeichnung für zwei Aufsätze, in denen er eigene Freilandbeobachtungen an Taubenhalsamazonen Amazona vinacea (Gefiederte Welt, Hefte 4 und 5/2015) und Hyazintharas Anodorhynchus hyacinthinus (Papageien, Hefte 1, 6 und 11/2015) beschreibt und in Bezug zu deren Volierenhaltung setzt. Dabei geht er nicht nur auf Positives ein, sondern diskutiert auch Ursachen und Lösungen für erlebte Misserfolge – unter Berücksichtigung der Erfahrungen verschiedener Züchter. gesamten Beitrag lesen

Ausschreibung: Preis für Tropenornithologie 2016

Zum 25. Mal lobt die GTO im Jahr 2016 den Preis für Tropenornithologie aus. Er würdigt herausragende deutschsprachige Fachaufsätze, Bücher oder sonstige Dokumentationen (beispielsweise Filme), die sich einem tropenornithologischen Thema widmen und im Vorjahr der Preisverleihung erschienen sind. Die Autoren müssen vogelkundliche Amateure sein. Die der Förderung der ornithologischen Forschung dienende Auszeichnung ist mit 555 Euro dotiert und wird von einer Jury vergeben, der Dr. Angelika FERGENBAUER-KIMMEL, Theo KLEEFISCH und Prof. Dr. Jochen MARTENS angehören. gesamten Beitrag lesen

Tagung 2016

Im Vogelparadies

Über 500 Vogeltaxa, 555 Euro für Lars Lepperhof und ein neuer Vorstand:
Die 37. Tagung über tropische Vögel in Plzen

Sie war eine besondere Konferenz, diese 37. Tagung über tropische Vögel. Das lag zunächst am Ort, den die Gesellschaft für Tropenornithologie (GTO) ausgesucht hatte, denn der zoologisch-botanische Garten im tschechischen Plzen ist ein Mekka für Vogelfreunde. Das 21 Hektar große Hanggelände, dessen Erkundung manchem Tagungsteilnehmer die Puste raubte, birgt eine raritätengespickte Artenvielfalt, wie sie heute in Zoos selten geworden ist. Ende 2015 wurden in dem städtischen Park 1.269 Taxa bilanziert – an Tieren wohlgemerkt, denn der Pflanzenbestand umfasste zusätzlich rund 9.000 Taxa. Die Vögel schlugen dabei mit 522 Taxa zu Buche. Viele Arten sind in mehreren Unterarten vertreten – vom Jagdfasan (Phasianus colchicus) etwa werden zwölf Subspecies gehalten –, und auch über die Vielfalt innerhalb einzelner Ordnungen bekommt man einen hervorragenden Überblick. Wo sonst kann man beispielsweise 52 Tauben-Taxa, von EEP-Arten wie Socorro- (Zenaida graysoni) und Rosataube (Nesoenas mayeri) bis hin zu Spezialitäten wie Philippinen-Weißkehl- (Columba vitiensis griseogularis), Blaukopf- (Turtur brehmeri) oder Stephantaube (Chalcophaps stephani), vergleichen? Denn so sehr Zoos im Vergleich zu Naturkundemuseen als ethologisch-ökologische Vermittlungsorte punkten sollten: Es ist und bleibt faszinierend, an lebenden Individuen Vergleiche zwischen nahe verwandten Taxa anstellen zu können.

Faszinierend ist auch die Anlage des Zoos. Das Gelände ist im Wesentlichen nach geografisch-ökologischen Gesichtspunkten gegliedert, wobei es neben „Afrikanischer Steppe“, „Südamerikanischer Pampa“ oder „Australien“ auch Besonderheiten wie ein Haus für Tiere der Sonora-Wüste oder die „Unterirdische Welt“ mit Tieren aus Höhlen und Böden gibt. An mehreren Stellen entstanden Nachttierabteilungen, darunter eine für Tiere Madagaskars und eine für die Fauna des nächtlichen Afrikas. Es gibt eine begehbare Voliere für Vögel sibirischer Wälder, eine beachtliche Sammlung philippinischer Tiere, und anstelle einer klassischen Fasanerie hat man erstaunlich individuenreich besetzten Achteckvolieren dezentral über den Zoo verteilt und akkurat in das tiergeografische Konzept eingepasst. Die neusten Projekte des engagierten Zooteams, wie die Giftschlangenabteilung und das Mediterraneum mit Fischen und Reptilien des Mittelmeerraums, wirken ambitioniert, detailliert und modern, so dass zu hoffen ist, dass sich auch die unübersehbaren Altlasten bald erledigt haben werden.

Besonders war die Tagung aber nicht nur wegen ihres Orte, den sich übrigens GTO-Sekretär Robert Pfeifer gewünscht hatte. Für ihn war es die letzte Tagung als Vorstandsmitglied, denn nach 16 Jahren ehrenamtlichen Einsatzes für tropische Vögel trat er bei den in Plzen anstehenden Neuwahlen nicht wieder an. Selbiges galt für Präsidentin Corinna Bartsch, die der Gesellschaft 15 Jahre lang vorgestanden hatte (von 1996 bis 2005 und von 2010 bis 2016). Beide wurden während dieser Zeit zu großen, prägenden Persönlichkeiten der GTO, so dass dem Wechsel im Vorstand bei weitem nicht nur formale Bedeutung zukam. Zum Nachfolger Corinna Bartschs wählten die GTO-Mitglieder den bisherigen Vizepräsidenten Dr. Martin Kaiser. Er wirkt hauptberuflich als Vogelkurator am Berliner Tierpark Friedrichsfelde und ist dort für einen Bestand von fast 2.000 Vögeln in über 300 Taxa verantwortlich. Kaisers ornithologische Interessen gelten der Haltung und Zucht von Vögeln sowie ihrer Ethologie, Ökologie und Bioakustik. Seine Schwerpunktgruppen sind Kraniche, Greifvögel, Seeschwalben, Spechte und zentralasiatische Singvögel. In seiner Amtszeit will er sich nun vor allem der weiteren Vernetzung zwischen privaten und Berufsvogelhaltern widmen. Auf dem Posten des Sekretärs folgt Norbert Bahr (Ahlden an der Aller) auf Robert Pfeifer. Bahr wurde einem großen Publikum durch sein Werk „Die Vogelarten“ bekannt, dessen dritter Band grade in Vorbereitung ist.

Neu gewählt wurden im Folgenden auch die Vizepräsidenten und der Beirat der Gesellschaft: Dr. Martin Päckert, Sektionsleiter für Ornithologie an den Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen in Dresden und bisheriges Beiratsmitglied der GTO, agiert künftig als erster Vizepräsident. Stephan M. Hübner, Sprecher der unter anderem naturwissenschaftlichen Nachwuchs fördernden Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main, wurde das Amt des zweiten Vizepräsidenten übertragen. In diesem Rahmen übernimmt er die Redaktion des Vereinsrundschreibens „Tropenornithologie“ von Theo Kleefisch (Bonn). Nachfolger Martin Päckerts im Beirat wurde der bisherige Vizepräsident Dr. Christoph Hinkelmann (Lüneburg), der weiterhin den Forschungsfonds der GTO betreuen wird. Die übrigen Beiratsmitglieder – Hans-Josef Christ (Minden), Wolfgang Hoffmann (Nürnberg), Prof. Dr. Ulrich Schulz (Eberswalde), Josef Vandieken (Brakel-Instrup) und Ingrid Weikl (Nürnberg) – wurden in ihren Ämtern bestätigt, ebenso wie Horst Brandt (Gehrden), der seit 1981 als Schatzmeister die Finanzen des Vereins verwaltet.

Die dritte Besonderheit der 37. Tagung über tropische Vögel war schließlich die Verleihung des mit 555 Euro dotierten Preises für Tropenornithologie an einen der bekanntesten Papageienexperten der Gegenwart, an Lars Lepperhoff aus Ittingen in der Schweiz. Als Vertreterin der Jury überreichte Dr. Angelika Fergenbauer-Kimmel die Auszeichnung, die deutschsprachige tropenornithologische Publikationen von Amateuren würdigt und 2016 zum 22. Mal vergeben wurde. Das Preisgeld stiftete GTO-Mitglied Detlef Steinweg (Castrop-Rauxel). Lepperhoff erhielt die Ehrung für zwei Aufsätze, in denen er eigene Freilandbeobachtungen an Taubenhalsamazonen (Amazona vinacea; „Gefiederte Welt“, Hefte 4 und 5/2015) und Hyazintharas (Anodorhynchus hyacinthinus; „Papageien“, Hefte 1, 6 und 11/2015) beschreibt und in Bezug zu deren Volierenhaltung setzt. Dabei diskutiert er auch Ursachen und Lösungen für erlebte Misserfolge – unter Berücksichtigung der Erfahrungen verschiedener Züchter. „Lars Lepperhoff ist es gelungen, seine an verschiedenen Stellen gewonnenen Daten zu einer lesenswerten Gesamtschau zu verarbeiten“, resümierte die außerdem aus Prof. Dr. Jochen Martens (Mainz) und Theo Kleefisch bestehende Jury. „Wichtig, und das betont er immer wieder, ist ihm dabei die Beobachtung der Papageien im Freiland, denn hierin liegt für ihn der Schlüssel zu einer adäquaten Haltung. Besonders wertvoll sind seine Beobachtungen an den Taubenhalsamazonen, da diese in ihrem argentinischen und brasilianischen Verbreitungsgebiet fast verschwunden sind.“ Am Nachmittag vor der Preisverleihung hatte Lepperhoff bereits mit einem Vortrag über Lear-Aras (Anodorhynchus leari) geglänzt und in diesem Rahmen sowohl den Biotop der Tiere im brasilianischen Sertão als auch die Erhaltungszuchtmaßnahmen in Brasilien und Qatar (Al Wabra Wildlife Preservation) vorgestellt.

Insgesamt berichteten während der Tagung 14 Referentinnen und Referenten, auf dem Programm standen Haltungsthemen, Freilandberichte und Grundlagenreferate. Ein Höhepunkt waren die Ausführungen von Dr. Ernst Günther zum Themenkomplex „Tierbefreiung, Tierrechte – oder doch Ehrfucht vor dem Leben? Das Schicksal der Vögel in Natur und Voliere im Schutze moderner Tierethiken“. Demnächst wird bei Christ Media Minden Günthers neues Buch erscheinen, in dem er seine Forderung eines Ethos der Bewahrung alles Lebenden an zahlreichen Beispielen begründet.

Aus dem Haltungsbereich blieben vor allem die Vorträge von Inez Walter und Anton Vaidl in Erinnerung. Inez Walter ist Tierpflegerin am Tiergarten Schönbrunn in Wien und dort für das Wüstenhaus zuständig, das in einem denkmalgeschützten Pflanzenüberwinterungshaus aus dem Jahr 1904 entstand und vom Tiergarten in Kooperation mit den österreichischen Bundesgärten betrieben wird. Praxisnah berichtete Walter von Haltungserfahrungen etwa mit Madagaskarwebern (Foudia madagascariensis), Socorrotauben und Gestreiften Mausvögeln (Colius striatus), und scheute sich nicht, auch Problemen und Misserfolgen Raum zu geben. Anton Vaidl wiederum, Vogelkurator am Zoo Prag, beeindruckte mit einem virtuellen Rundgang durch die Vogelabteilung „seines“ Tierparks, die – wie in Pilsen – ein wahrer Raritätenhort ist. Doch wird auch dort nicht nur gesammelt, sondern auch gezüchtet, und Vaidl teilte interessante Details zur Fortpflanzung etwa von Rhinozerosvögeln (Buceros rhinoceros), Jamaika- (Amazona collaria) undRotspiegelamazonen (A. agilis). Komplettiert wurden die Haltungsthemen von Martin Kaisers Referat über die Haltung und Zucht des Rotrücken-Nachreihers (Nycticorax caledonicus manillensis) im Tierpark Berlin.

Aus dem Freiland berichteten Detlef Steinweg mit Reiseimpressionen von der westafrikanischen Atlantikküste und dort speziell vom Bissagos-Archipel vor der Küste Guinea-Bissaus sowie Dr. Christoph Hinkelmann mit Eindrücken aus Costa Rica. Immer wieder bietet Hinkelmann den GTO-Mitgliedern vogelkundliche Reisen in das mittelamerikanische Land an und präsentiert die dabei gemachten Beobachtungen in eindrucksvoll bebilderten Vorträgen. In diesem Jahr orientierte er sich an den costa-ricanischen Waldbiotopen und berichtete etwa über allopatrische Motmots (Momotus spec,, Electron platyrhynchum), über Quetzale (Pharomachrus mocinno), Dreilappen-Glockenvögel (Procnias tricarunculatus) und Schwalbenorganisten (Euphonia hirundinacea), die eine neue Phylogeniehypothese in die Nähe der Zeisige stellt. Ebenfalls aus dem Freiland berichteten Ariel Jacken (Mönchengladbach), der ornithologische Kostbarkeiten aus den thailändischen Nationalparks Kaeng Krachan und Khao Yai präsentierte, Ondřej Sedláček von der Universität Prag, der in die Berge Kameruns entführte und über seine Forschungen zur Biodiversität und Ökologie dortiger Vögel berichtete, und Libor Schröpfer (Holysov). Schröpfer zeigte im Auftaktreferat der Tagung, dass es auch im Böhmerwald interessante Vogelarten gibt, darunter eine beständig anwachsende Population von Bienenfressern (Merops apiaster), unregelmäßig brütende Rostgänse (Tadorna ferruginea) und ein Brutpaar Schreiadler (Clanga pomarina) als besondere lokale Rarität.

Abgerundet wurde das Programm durch einen Beitrag Martin Päckerts über die Systematik der Bülbüls (Pycnonotidae) und der Aussagekraft ihrer Augenfarben als systematisches Merkmal sowie von einem Grundlagenreferat Angelika Fergenbauer-Kimmels zu aberranten Färbungen von Vögeln und deren physiologischen Ursachen. Und nicht zu vergessen: der neue abendfüllende Vogelfilm von Carlos und Ingrid Struwe aus Bonn. Zum 16. Mal ließen sie die Tagungsteilnehmer an ihren einzigartigen, in ungeheurer Fleißarbeit auf Film gebannten Vogelbeobachtungen teilhaben, die sie fast immer in Brasilien anstellen. Heuer porträtierten sie gut zwei Dutzend Vogelarten aus zwei sehr gegensätzlichen Lebensräumen: aus dem atlantischen Küstenregenwald südlich von São Paulo, der Mata Atlântica, und aus dem semiariden Nordosten des Landes, der dem Publikum bereits aus dem Beitrag Lars Lepperhoffs bekannt war. Struwes konnten unter anderem umfangreiche Beobachtungen an einer Nisthöhle des Fleckschnabelarassaris (Selenidera maculirostris) festhalten sowie die Interaktionen zahlreicher Vogelarten mit den streng geschützten Jussarapalmen (Euterpe edulis) dokumentieren, deren Früchte für viele Tiere eine begehrte Nahrung sind.

Abschließen zu danken ist Tomáš Peš, der am Zoo Plzen unter anderem als Vogelkurator wirkt. Ohne sein großes Engagement – als örtlicher Organisator und guter Geist der Tagung, als Referent mit einem Vortrag über den Zoo Plzen und dessen Engagement im Artenschutz, aber auch als Veranstalter mehrerer durch große Sachkenntnis beeindruckender Zooführungen vor und hinter den Kulissen – wäre die Tagung ein großes Stück ärmer gewesen.

Postkriptum: Die 38. Tagung über tropische Vögel wird vom 14. bis 17. September 2017 in Erfurt stattfinden und gemeinsam mit der Gesellschaft für arterhaltende Vogelzucht(GAV) veranstaltet werden. Die Beiträge der Plzener Tagung sind derweil im illustrierten Tagungsband nachzulesen, der für 5 Euro bei GTO-Schatzmeister Host Brandt bestellt werden kann (schatzmeister@tropenornithologie.de).

Stephan M. Hübner

 

Preis für Tropenornithologie

Mit dem Preis für Tropenornithologie, der seit 1992 vergeben wird, sollen hervorragende in deutscher Sprache verfasste Veröffentlichungen (Zeitschriftenbeiträge, Bücher) zu einem tropenornithologischen Thema ausgezeichnet werden. Die GTO möchte mit dem Preis ornithologische Amateure, die nicht selten über einen großen Beobachtungs- und Erfahrungsschatz verfügen, einen Anreiz bieten, über ihre Feststellungen und Erlebnisse zu berichten. Der Preis ist mit einem Betrag von 555 Euro ausgestattet.

 

Die Jury

Dr. Angelika FERGENBAUER-KIMMEL, Lohmar / D
Theo KLEEFISCH, Bonn / D
Prof. Dr. Jochen MARTENS, Mainz / D

 

Die bisherigen Preisträger und ihre ausgezeichneten Arbeiten

2016
Der Preisträger wird im Rahmen der Tagung über tropische Vögel in Pilsen bekannt gegeben.

2015
Christiane und Peter KAUFMANN, Grabow (Elde) / D
„Aus der Kinderstube der Rotschnabeltokos“
Fachzeitschrift: Gefiederte Welt 138 (2014), Hefte 10 & 11
Der Preis wurde zudem für den gleichnamigen Dokumentarfilm verliehen.
Preisstifter: Detlef STEINWEG, Castrop-Rauxel / D

2014
Heinz SCHNITKER, Georgsmarienhütte-Holzhausen / D
„Neuerungen zur Systematik der Kuba-Amazone“
Fachzeitschrift: Papageien (2013), Heft 10
Preisstifter: GTO

2013
Keine Preisvergabe
Die Jury konnte für das Jahr 2012 keine preiswürdige Publikation im Sinne der Statuten ermitteln.

2012
Norbert BAHR, Ahlden an der Aller / D
„Die Vogelarten. Band 1: Schnepfenvögel“
Buch: 191 Seiten, Christ Media Natur (2011).
Preisstifter: Rolf WENGER, Dübendorf / CH

2011
Ingrid und Carlos STRUWE, Köln / D
„Von Zigeunerhühnern und einem außergewöhnlichen Specht  – Vogelbeobachtungen in der Mitte Brasiliens“
Fachzeitschrift: Gefiederte Welt 134 (2010), Heft 8, S. 24ff.
Der Preis wurde zudem für den Dokumentarfilm „Die Vogelwelt des Helmut Sick – Glanzlichter Zentral-Brasiliens“ verliehen, der im Rahmen der GTO-Tagung 2010 in Münster uraufgeführt wurde.
Preisstifter: GTO

2010

Josef VANDIEKEN, Brakel / D
„Schillertangaren – Kleinode der Neuen Welt“
Fachzeitschrift: Gefiederte Welt 133 (2009), Heft 12, S. 8-13.
Preisstifter: GTO

2009
Anna und Olaf KÜHN, Storkow / D
„Zuchtbericht Ohrflecken-Bartvogel (Trachyphonus darnaudii)
Fachzeitschrift: VZE Vogelwelt 54 (2008), S. 256 – 261
Preisstifter: Institut für molekulare Diagnostik Bielefeld

2008
Jürgen STAHL, Dinslaken / D
„Damadrosseln – Erkenntnisse bei ihrer Haltung und Zucht“
Fachzeitschrift: Gefiederte Welt 131 (2007), S. 70 – 73 und S. 104 – 107
Preisstifter: Institut für molekulare Diagnostik Bielefeld

2007
Hans-Joachim WÖHRMANN, Spremberg / D
„Der Pünktchenamarant“
Fachzeitschrift: Gefiederte Welt 130 (2006), S. 166-169
Preisstifter: Institut für molekulare Diagnostik Bielefeld

2006
Jörg ASMUS, Güstrow / D
„Zur Untersuchung einiger Museumspräparate des Kleinen Vasapapageien (Coracopsis nigra) auf deren Unterartenzugehörigkeit“
Erschienen im Eigenverlag (2005)
Preisstifter: Institut für molekulare Diagnostik Bielefeld

2005
Erich STEINER, Pöttsching / A
„Die Grünschwanzsylphe – Märchenfee der Anden“
Fachzeitschrift: Gefiederte Welt 128 (2004), S. 276-279 und S. 308-311
Preisstifter: Institut für molekulare Diagnostik Bielefeld

2004
Eckhard LIETZOW, Engen / D
„Afrikas Spinte im Freiland und in der Voliere“
Fachzeitschrift: Die Voliere (2003) Jahrgang 26, S. 196-202 und S. 228-233
Preisstifter: Institut für molekulare Diagnostik Bielefeld und Rolf Wenger, Dübendorf (CH)

2003
Norbert HEBEL, Ellerstadt / D
„Erkenntnisse bei der Haltung und Zucht von Hyazintharas“
Fachzeitschrift: Gefiederte Welt 126 (2002), S. 114-119
Preisstifter: Institut für molekulare Diagnostik Bielefeld

2002
Erich STEINER, Pöttsching / A
„Der Maskenpitpit – Haltung und Zucht“
Fachzeitschrift: Gefiederte Welt 125 (2001), S. 118-121 und S. 226-229
Preisstifter: GTO

Im Jahre 2002 wurde zudem erstmals der Sonderpreis für Tropenornithologie vergeben:
Mit diesem Preis wurde ein ornithologischer Amateur für langjährige, deutschsprachige Publikationen mit tropenornithologisch relevanten Themen ausgezeichnet. Der Preis wurde mit einem Betrag von
€ 2.000.- ausgestattet. Die Fachjury hat sich entschieden für:

Theo KLEEFISCH, Bonn / D
Er erhielt diesen Preis für sein vogelkundlich-publizistisches Gesamtwerk, das in vielen Zeitschriften- und Buchbeiträgen veröffentlicht wurde.
Preisstifter: Tiergarten Schönbrunn GmbH, Wien

2001
Heinrich BREGULLA, Berlin / D
„Die Tauben Neukaledoniens“
Fachzeitschrift: Die Voliere 23 (2000), S. 120-125, 213-217, 278-283 und 346-348
Preisstifter: Firma Claus GmbH, Limburgerhof

2000
Peter LUDWIG, Niederstotzingen / D
„Der Schwarzschwanz – ein unbekannter Pflegling“
Fachzeitschrift: Gefiederte Welt 123 (1999), S. 446-450
Preisstifter: Firma Claus GmbH, Limburgerhof

1999
Keine Preisvergabe
Die Jury konnte für das Jahr 1998 keine preiswürdige Publikation im Sinne der Statuten ermitteln.

1998
Doz. Dr. med. habil. Franz ROBILLER, Weihmar / D
„Papageien, Band 2: Neuseeland, Australien, Ozeanien, Südostasien, Afrika“
Buch: Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart (1997)
Preisstifter: Firma Claus GmbH, Limburgerhof

1997
Da im Jahr zuvor keine Preisvergabe stattfand, wurden 1997 gleich zwei Preisträger ausgezeichnet:

Gerhard RÖSLER, Waltersdorf / D
„Die Wildtauben der Erde – Freileben, Haltung und Zucht“
Buch: Verlag M.& H. Schaper, Alfeld (1996)

Dieter HOPPE, Esslingen / D
„Die Königsamazone Amazona guildingii (Vigors) 1836“
Fachzeitschrift: Papageien 9 (1996), S. 149-153 und 183-189
Preisstifter: Eberhard Mußler, Baden-Baden (beide Preise)

1996
Keine Preisvergabe
Die Jury konnte für das Jahr 1995 keine preiswürdige Publikation im Sinne der Statuten ermitteln.

1995
Klaus-Georg MAU, Hamburg / D
„Bemerkungen zum Kanarengirlitz (Serinus canaria L., 1758)“
Fachzeitschrift: Gefiederte Welt 118 (1994), S. 89-92, 120-122 und 165-167
Preisstifter: Eberhard Mußler GmbH, Baden-Baden

1994
Heinz LÖLFING, Horstmar / D
„Frühlingspapageichen (Loriculus vernalis) und andere Fledermauspapageien“
Fachzeitschrift: Papageien 6 (1993), S. 239-244.
Preisstifter: Eberhard Mußler GmbH, Baden-Baden

1993
Dr. Georg SPERBER, Ebrach-Neudorf / D
„Haltung und Zucht des Rotflanken-Brillenvogels (Zosterops erythropleura SWINH.)“
Fachzeitschrift: Gefiederte Welt 116 (1992), S. 12-17
Preisstifter: Biotropic-Verlag, Baden-Baden

1992
Corinna BARTSCH, Grafschaft-Leimersdorf / D
„Nestbau und Nestnutzung bei Marmorspätzlingen (Pseudonigrita arnaudi)“
Fachzeitschrift: Tropische Vögel 12 (1991), S. 117-123
Preisstifter: Biotropic-Verlag, Baden-Baden

Preis für Tropenornithologie 2012 an Norbert Bahr

Norbert BAHR aus Ahlden an der Aller (Lüneburger Heide) ist Träger des Preises für Tropenornithologie 2012. Die mit 555 Euro dotierte Auszeichnung wurde ihnen im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Tropenornithologie (GTO) in Dresden verliehen. Mit dem Preis würdigt die GTO deutschsprachige tropenornithologische Publikationen von Amateuren.

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Preis für Tropenornithologie an Ingrid und Carlos Struwe

Die Naturfilmer Ingrid und Carlos STRUWE sind Träger des Preises für Tropenornithologie 2011. Die mit 555 Euro dotierte Auszeichnung wurde ihnen im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Tropenornithologie (GTO) in Marlow verliehen. Mit dem Preis würdigt die GTO deutschsprachige tropenornithologische Veröffentlichungen von Amateuren.
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