Forschungsförderung durch die GTO

30. März 2005 / Christoph Hinkelmann:

 

Die GTO unterstützt regelmäßig Forschungsvorhaben deutscher und ausländischer Wissenschaftler, aber auch engagierter Amateure, die sich mit der Vogelwelt der Tropen und der Subtropen befassen. Diese Untersuchungen können vor Ort im Heimatland der Vögel, ebenso wie in menschlicher Obhut oder beispielsweise in Museumssammlungen durchgeführt werden.

Gefördert werden Projekte, die interessante Ergebnisse und neue Erkenntnisse erwarten lassen. Als relativ kleine Organisation kann die GTO nur Zuschüsse liefern und nicht die vollständige Finanzierung von Projekten übernehmen. Doch die Zahl der geförderten Vorhaben und ihr thematisches Spektrum sind, 21 Jahre nach Vergabe der ersten Förderung, durchaus beachtlich.

 

Aus den vergangenen 10 Jahren seien an dieser Stelle folgende geförderte Projekte genannt:

 

Martin Päckert, Dresden: Differenzierung endemischer Singvögel auf Taiwan nach molekulargenetischen und bioakustischen Makern

Mehr darüber lesen?

Bernd-H. Gerischer, Freiberg: Maidloris in ihrem Lebensraum. Status von drei Vini-Arten (2006; Polynesien)

Mehr darüber lesen?

Lennart Wolfgang Pyritz, Göttingen: Auswirkung der Fragmentierung von Trockenwäldern auf Diversität und Zusammensetzung der Avi- und Primatenfauna im Departamento de Santa Cruz (2005; Bolivien)

Mehr darüber lesen?

Bobo Kadiri Serge, Göttingen: Vom Wald zum landwirtschaftlich genutzten Land: Auswirkungen der Landnutzung auf die Avifauna tropischer Regenwälder (2005; Kamerun)

Dr. Claudia Mettke-Hofmann, Andechs: Beziehungen zwischen Bestandsentwicklungen ökologischer Plastizität und Neophobie bei neuweltlichen Icteriden (2004; USA)

Prof. Dr. Jochen Martens, Mainz: Phylogenie der Baumläufer (Certhia) und kryptische Arten in der Gattung Phylloscopus (Laubsänger) (2004; Nepal)

Marcell Peters, Bonn: Einfluss von Habitatfragmenten auf die Diversität und Abundanz von ameisenfolgenden Vögeln Ostafrikas (2004; Kenia)

Bobo Kadiri Serge, Göttingen: Vögel als Indikatoren für Biodiversität in tropischen Landschaften. Fallstudien aus den Nationalparks Korup und Mbam/Djerem in Kamerun (2003)

Stefan Kreft, Hamburg: Altitudinaler Vogelzug im Nationalpark Carrasco und Umland, Dpto. Cochabamba, Bolivien (2002)

Prof. Dr. Jochen Martens, Mainz: Ökologie, Taxonomie und verwandtschaftliche Beziehungen der Baumläufer (Certhia) Chinas (2002)

Swen Renner & Kepa Solozabal, Göttingen: Diversität und Struktur der Unterholzvogelgemeinschaft in Bergnebelwäldern von Alta Verapaz, Guatemala (2002)

Antje Ahrends, Greifswald: Qualität eines Rastplatzes für Limikolen , Mida Creek in Kenia, unter Berücksichtigung des Ökotourismus (2001)

Prof. Dr. Jochen Martens, Mainz: Untersuchungen zum Seicercus burkii‑Komplex (Sylviidae) am Omei Shan im südlichen China (1999)

Ingrid & Günter Schliebusch, Königswinter: Morphologische und genetische Analyse der Verwandtschaftsverhältnisse zwischen dem Gelbwangenkakadu (Cacatua sulphurea) und dem Gelbhaubenkakadu (C. galerita) unter besonderer Berücksichtigung der Inselpopulationen des Gelbwangenkakadus (1998; Indonesien)

Sebastian Herzog, Schortens: Untersuchungen zur Biodiversität und Biogeographie der Avifauna in Wäldern der bolivianischen Andenostabdachung (1996)

 

 

Als Gegenleistung erwartet die GTO von jedem im deutschsprachigen Raum ansässigen Geförderten, dass er auf einer der jährlich stattfindenden Tagungen über tropische Vögel aus seinem Projekt berichtet. Dies hat in der Vergangenheit immer wieder zu interessanten Tagungsbeiträgen und Diskussionen geführt. Auch sind die Geförderten verpflichtet, in ihren über ihr Projekt berichtenden Publikationen die Unterstützung der GTO zu erwähnen, was auch ein Stück Öffentlichkeitsarbeit der GTO bedeutet. Die Forschungsförderung ist somit zugleich ein nicht unwesentlicher Aktivpunkt der GTO in der Fachöffentlichkeit.

 

Anträge auf eine Förderung durch die GTO können eingereicht werden bei:

          Christoph HINKELMANN , Eisenbahnweg 5 a, D-21337 LÜNEBURG

          Vizepraesident@tropenornithologie.de 

 

Unterstützen auch Sie die Arbeit der GTO durch Ihre Mitgliedschaft oder durch Ihre Spende für den Forschungsfond.

 

Bei Interesse setzen Sie sich bitte in Verbindung mit unserem Schatzmeister:

          Horst BRANDT, Schwalbenwinkel 3, D-30989 GEHRDEN

          Schatzmeister@tropenornithologie.de 

 

Bankverbindung der GTO:

 

Sparkasse Hannover, Konto Nr. 7 004 468, BLZ 250 501 80

Internationale Bankverbindung: 

          Kontonummer ( IBAN ):     DE  81 250 5 01 80   0007004468

          Bankidentifikation ( BIC ):  SPKHDE 2HXXX

 

 

Aktuelle Förderprojekte der GTO

 

Neues Förderprojekt der GTO auf Taiwan

Martin Päckert, Dresden:
Differenzierung endemischer Singvögel auf Taiwan nach molekular-genetischen und bioakustischen Markern

10.Februar 2007 / Christoph Hinkelmann:

  

Im Frühjahr 2007 beginnt Dr. Martin Päckert, Kustos für Ornithologie am Museum für Naturkunde in Dresden, ein methodisch vielseitiges Projekt in Südasien: „Differenzierung endemischer Singvögel auf Taiwan nach molekulargenetischen und bioakustischen Markern“.

 

Im Kern geht es darum, dass mit Hilfe von Feldbeobachtungen, Tonaufnahmen und Blutproben herausgefunden werden soll, wie nah einige der nur auf der größten chinesischen Insel, Taiwan, vorkommenden Singvögel mit Festlandarten verwandt sind. Die jeweilige Nähe oder Ferne von diesen lässt interessante Rückschlüsse auf die Besiedlungsgeschichte Taiwans zu. Die früher als Formosa bekannte Insel ist Heimat einiger nur hier vorkommender Vogelformen, von denen drei für die Untersuchung ausgewählt wurden: das Taiwan-Goldhähnchen Regulus goodfellowi, die Formosameise Parus holsti und eine Unterart des Burgundergimpels Carpodacus vinaceus, der möglicherweise Artstatus zukommt. Der Grad der jeweiligen Differenzierung, die mit möglichst vielen Methoden herausgefunden werden soll, ist der Schlüssel zum Verständnis ihrer Entstehungsgeschichte. Wenn möglich, sollen noch weitere Singvogelformen untersucht werden.

 

Die GTO hat sich dazu entschlossen, das Vorhaben von Dr. Päckert zu unterstützen.

Zurück zur Übersicht der Forschungsförderungen?

 

Bernd-H. Gerischer, Freiberg in Sachsen:
Maidloris in ihrem Lebensraum. Status von drei Vini-Arten in Polynesien

21. April 2006 / Christoph Hinkelmann:

 

Im Winterhalbjahr 2005/2006 unterstützte die GTO den Vogelkundler Bernd-H. Gerischer aus Freiberg in Sachsen bei seinem Projekt über die „Maidloris in ihrem Lebensraum – Status von drei Vini-Arten in Polynesien“.

Die Gattung Vini umfasst fünf Arten, die ausschließlich auf Inseln im Südwestpazifik vorkommen. Die geringen Landgebiete, deren Nutzung durch den Menschen zunimmt, bedingen, dass bis auf das Blaukäppchen, V.australis, alle stark gefährdet sind und eine, der Hendersonlori, V. stephenii, nur auf einer einzigen, sehr schwer zugänglichen Insel vorkommt und alle Informationen über seinen Status auf Vermutungen beruhen.

Ziel dieses von der GTO geförderten Projekts ist die Bestandsabschätzung der drei übrigen Maidlori-Arten, des Saphirloris, V. peruviana, auf Rangiroa (Tuamotu-Inseln), des Rubinloris, V. kuhlii, auf Rimatara (Austral-Inseln) und des Smaragdloris, V. ultramarina, auf Ua Huka (Marquesas-Inseln). Zunächst soll der Rubinlori untersucht werden, weil die Verwaltung von Rimatara einen Flughafen bauen will, um mehr Touristen auf der Insel zu haben. Dessen Verwirklichung könnte gravierende Auswirkungen auf den Bestand der bedrohten Loriart haben. Als zweites Ziel soll der Bestand des Saphirloris überprüft werden. Seit einem ersten Besuch des Projektleiters 1998 wurden Nistkästen eingesetzt, um den geringen Bestand zu stabilisieren und zu erhöhen. Da im gleichen Zeitraum deutlich mehr Touristen die Insel besuchten, soll geprüft werden, ob diese eine evtl. eingetretene, bescheidene Bestandssteigerung womöglich beeinträchtigt haben. Bei zufriedenstellender

Zurück zur Übersicht der Forschungsförderungen?

 

 

Lennart Wolfgang Pyritz, Göttingen:
Auswirkungen der Fragmentierung von Trockenwäldern auf Diversität und Zusammensetzung der Avi- und Primatenfauna im Departamento de Santa Cruz, Bolivien

21. April 2006 / Christoph Hinkelmann:

 

Ein weiteres Projekt welches von der GTO im Winterhalbjahr 2005/2006 unterstützt wurde ist die Arbeit von Lennart Wolfgang Pyritz aus Göttingen über die „Auswirkungen der Fragmentierung von Trockenwäldern auf Diversität und Zusammensetzung der Avi- und Primatenfauna im Departamento de Santa Cruz, Bolivien“.

Die Zerstörung tropischer Wälder, in deren Folge nur mehr oder minder kleine Waldinseln übrig bleiben, ist in Südamerika ein verbreitetes Phänomen. Während die Auswirkungen dieser Prozesse in Regenwald-Lebensräumen  wiederholt untersucht wurden, ist diese Entwicklung bei Trockenwäldern bislang kaum berücksichtigt worden. Da die Mehrzahl dieser besonderen Lebensräume in unmittelbarer Nähe menschlicher Siedlungsgebiete und auf fruchtbaren Böden liegt , ist eine detaillierte Untersuchung von großem Interesse.

Es soll insbesondere untersucht werden, welche Auswirkungen die Zerstörungen nach Größe, Alter usw. unterschiedlicher Trockenwälder auf die Artenspektren und die Häufigkeit von Vogelarten haben, welche Arten besonders gefährdet sind, welche evtl. von den Lebensraumveränderungen profitieren, und welche Rolle die jeweiligen ökologischen und biologischen Ansprüche der Vogelarten in diesen Prozessen spielen.

Die Untersuchungen sollen innerhalb eines halben Jahres an verschiedenen Orten im Dpto. Anta Cruz durchgeführt werden. Der Erfolg des Projekts dürfte auch dadurch gewährleistet sein, dass einer der beiden Betreuer, Dr. Sebastian Herzog, seit vielen Jahren in Bolivien ansässig ist und 1996 bei einem eigenen Vorhaben ebenfalls von der GTO gefördert wurde.

Zurück zur Übersicht der Forschungsförderungen?